Ich bin letzte Woche Mittwoch nach Kebumen umgezogen, bin aber am Freitag gleich wieder nach Cilacap zurück, weil ich mit dem Bus umgezogen bin und sich inzwischen so viel Gepäck angehäuft hat, dass ich zwei mal gefahren bin. Habe also noch ein Wochenende in Cilacap verbracht.
Kebumen ist arbeitstechnisch besser organisiert als Cilacap, dafür ist meine Gastfamilie zwar in Ordnung, aber ein so gutes Verhältnis wie in Cilacap wird es wohl nicht werden. Das liegt aber auch daran, dass ich am 22. Juni schon wieder für einen Monat nach Semarang umziehen werde, danach evtl. wieder nach Kebumen zurück.
Ich merke aber auch, dass es mit der Zeit immer anstrengender wird, dieselben Fragen immer und immer wieder zu beantworten, weil ich immer wieder neu bin und immer wieder mit diesem unheimlich großen Interesse konfrontiert bin. Das meint natürlich niemand böse, ganz im Gegenteil, aber manchmal braucht es einfach auch ein bisschen Ruhe. Selbst ein normales Gespräch ist für mich immer deutlich anstrengender als für alle anderen beteiligten, man muss sich auf die Sprache konzentrieren oder beispielsweise auf sein Verhalten, um die Zahl der Fehler die man mit seinem Benehmen macht, zumindest gering zu halten, sie völlig zu vermeiden ist ja sowieso mehr ein Traum. Da sich die meisten Weißen aber relativ mies verhalten sind die Erwartungen sehr niedrig und wenn man sich bemüht wird das eigentlich immer registriert.
Bevor ich umgezogen bin, war in Cilacap Heiraten angesagt…der älteste Sohn meiner Gastfamilie hat beschlossen von jetzt an ewig zu lieben. Es war nicht meine erste Hochzeit, aber es war noch mal anders die volle Ladung Gastfreundlichkeit, die für so etwas nötig ist, im selben Haus zu erleben. Die Feier war auf der Straße vor dem Haus, von 11Uhr bis um 2Uhr…morgens…
Für diesen relativ kurzen Zeitraum war natürlich sehr viel Vorbereitung nötig und es ist wirklich beeindruckend was für ein Aufwand dafür betrieben wird. Es bedeutet auch, dass die gesamte Familie, die es irgendwie einrichten kann, kommt und für 3 Tage im Haus wohnt. Wenn dann natürlich noch ein Weißer da ist, dann wird der allen gezeigt, alle dürfen mal drauf zeigen, drüber lachen, Fotos machen (lächelnd, ernst, mit Baby im Arm und das alles in doppelter Ausführung und mit jeder Kamera im Umkreis von 5m plus Handys) und ihre Weltbewegenden Fragen und Einschätzungen loswerden………….das Essen war jedenfalls lecker.
Zum Schluss, für alle die sich wundern was die hübschen Logos im Header machen, der Blog wurde zu Report-Zwecken verwendet und damit sich alle freuen, sollten die Logos eben mal drauf. Wird sich aber wieder ändern.
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Veröffentlicht in Indonesien | Schlagworte: Hochzeit, Kebumen